Wir machen die Wertschöpfung von Nutzpflanzen berechenbar

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Alternativen für die bayerische Landwirtschaft

Nutzpflanzen können einen starken Beitrag für die nachhaltige Produktion hochwertiger Rohstoffe in der chemische Industrie leisten. Geeignete Spezialkulturen zur Produktion von Pflanzenextrakten wie z.B. Aromen und Kosmetik, oder Faserpflanzen zur Produktion von Werkstoffen haben großes Potenzial, um eine sehr hohe Wertschöpfung zu erreichen. Die Hürde für den Anbau und Verwertung solch potenter Nutzpflanzen verbirgt sich in der Komplexität der Wertschöpfungskette und insbesondere im Risiko- und Schnittstellenmanagement.

Die Landesanstalt für Landwirtschaft, gemeinsam mit der Universität Regensburg und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wollen mit unserer Hilfe bayerischen Landwirten neue Perspektiven eröffnen. Um den Landwirten Alternativen zur oft sehr einseitigen Nutzung von Ackerland aufzuzeigen, entwickelt Zielpuls das Software-Tool „Plantaro“. Dieses dient der Darstellung von Risiken, Einflussfaktoren und Schnittstellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Zunächst werden Datensätze über ausgewählte, rentable Nutzpflanzen, deren Aufbereitung und Weiterverarbeitung bis hin zu Endprodukten erstellt. Die Informationen speisen sich aus Interviews mit einschlägigen Experten, sowie aus bereits vorhandenen Datenbanken und wissenschaftlich/technischer Literatur. Ein wesentliches Ziel hierbei ist die Identifikation der relevanten Parameter, anhand derer die gesamte Wertschöpfungskette der untersuchten Pflanzen auf ihre technische, ökonomische und ökologische Machbarkeit sowie ihre Rentabilität überprüft werden kann. Zielpuls übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Befragung der Experten, Strukturierung der Daten und Abstimmung der Anforderung an die Software.

Auf Basis dieser Datenbank entwickelt Zielpuls das software-basierte Planungsinstrument „Plantaro“, anhand dessen der Einfluss der unterschiedlichen Parameter berechenbar und vergleichbar gemacht wird. „Plantaro“ kann vielseitig eingesetzt werden. Es ermöglicht ein gezieltes Risiko- und Schnittstellenmanagement, um Optimierungspotentiale entlang einer bestehenden Wertschöpfungskette zu identifizieren. Auch können neue oder alternative Wertschöpfungsketten getestet und miteinander verglichen werden.

Mehrwerte für den Kunden

Für die Landesanstalt für Landwirtschaft und deren Partner stellt „Plantaro“ eine fundierte Basis für die Planung von Investitionen dar. Außerdem dient es als Gesprächsgrundlage mit neuen Stakeholdern. Die Kenntnis über die gesamte Wertschöpfungskette vom Anbau bis zur Vermarktung ermöglicht ein gezieltes Risiko- und Schnittstellenmanagement und zeigt Chancen auf für neuartige Wertschöpfungsketten und Optimierungsszenarien.

WIR BESTIMMEN DIE TRENDS DER ZUKUNFT

Am Puls der Zeit gehen wir mit der Technik und haben die Zukunft fest im Blick. Erfahren Sie mehr über unsere aktuellen Themen.

ZU WEITEREN PROJEKTEN

"Plantaro" bietet bayerischen Landwirten eine neue Perspektive

Unser Fokus bei der Entwicklung von "Plantaro" lag auf der Betrachtung der gesamten Wertschöpfungskette vom Anbau bis zur Vermarktung, die es bislang in der Landwirtschaft so noch nicht gab. Unser Ergebnis: Der Anbau von Spezialkulturen wie Heil- und Gewürzpflanzen zur Weiterverwendung in der Arznei- und Kosmetikindustrie stellt für bayerische Landwirte eine ernsthafte Alternative zum bisherigen Anbau von Energienutzpflanzen dar. Im Projekt ist es uns gelungen, ganz unterschiedliche Welten zu vereinen im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel. Von den Landwirten und ihren Pflanzen, über die Chemiker und ihre Verfahren bis hin zu den Veredlern und ihren Produkten sind sehr unterschiedliche Positionen berücksichtigt worden. Ohne ein sinnvolles Management der Schnittstellen wäre das nicht möglich gewesen.

Dr. Wolfram Müller

Projektmanager